Hochbeet anlegen | Hochbeet befüllen

Wir legen unser Hochbeet für Kinder an und haben uns für ein Gemüse-Hochbeet entschieden.
Warum für das Gärtnern mit Kindern gerade ein Gemüse-Hochbeet? Aus Gründen 😉

>> Update, September 2016: Inwischen ist das erste Kinder-Gartenprojekt-Jahr vorbei und das neue Kindergartenjahr hat begonnen. Durch den neuen Projekttag (jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat) und Weggang der Schulkinder besteht das bisherige Garten-Jahr-Team nicht mehr. Ich würde mich freuen, wenn sich bis Ende September/Anfang Oktober wieder zahlreiche Eltern finden, die Zeit und Lust haben, sich regelmässig an einem der Projekttage einzubringen, sporadisch bei größeren Projekten zu helfen oder uns durch projektbezogene Sachspenden unterstützen. Weitere Infos gibt es am Elternabend Ende September (Elternbeiratwahl); Ihr könnt mich aber gern jederzeit persönlich ansprechen. <<

Hurra- wir dürfen in unserem Kindergarten ein Hochbeet anlegen! Der Platz mag nicht ideal sein, aber hey?! Wir bekommen unser Hochbeet! Und den Versuch ist es allemal Wert! Um es vorweg zu nehmen: Ich bin keine Gärtnerin und die Eltern, die sich am „Kinder Garten Projekt“ beteiligen auch nicht. Für uns alle ist dieses Projekt ein kleines Abenteuer, ein Experiment, mit dem wir unseren Kindern zeigen wollen, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wächst. Und bei dem wir als Eltern beim Gärtnern mit unseren Kindern ebenso dazulernen können und wollen. Zur Erinnerung – dieses Gartenblog soll unsere Erfolge und Misserfolge dokumentieren (und gern auch andere Eltern zum Mit- und Nachmachen anregen.) Professionelle Gärtner mögen nun die Hände über dem Kopf zusammenschlagen oder vielleicht doch noch Lust haben unser Hochbeet-Projekt weiter zu verfolgen. (Sollte jemand unter der geneigten Leserschaft Gärtner oder Landschaftsbauer sein und grobe Fehler entdecken, bin ich als Initiatorin des Projekts froh und dankbar für Verbesserungsvorschläge in der Kommentarfunktion oder per mail.)

Aber um beim Thema zu bleiben: Wir haben in unserem Kindergarten zwar ein Waldgrundstück, jedoch nicht wirklich einen Garten. Genau genommen hat der Kindergarten gar keinen Garten, die Erzieherinnen haben aber schon seit Jahren einen Kompost angelegt und dort mit Kürbis experimentiert. War zu schattig. Sei’s drum. Andere Ideen wie Bohnen in Töpfen ect. auf der Terrasse haben aber gefruchtet. Und Erzieherinnen und Kita-Leitung sind offen für das Thema und haben selbst Spaß daran, den Kindern Pflanzen, Tiere, Natur und Interesse am Garten näher zu bringen. Daher kam ich auf die Idee auf der Terrasse ein Hochbeet anzulegen, ohne mich damit auszukennen oder zu wissen, was sind eigentlich die Vorteile eines Hochbeets? Wie muss die Erde beschaffen sein? Gibt es unterschiede bei einem Hochbeet für Kinder oder Erwachsene? Wie genau muss ich ein Hochbeet anlegen, befüllen und wann womit bepflanzen? Zudem stellt sich die Frage: Welche Pflanze wollen wir ziehen? Wollen wir in unserem Hochbeet Blumen oder Gemüse anpflanzen? O.k., da mir in Zeiten von Mäc Blöd & Co gesunde Kinderernährung ebenfalls zur Herzenssache geworden ist, war es für mich schnell klar, was meine persönliche Priorität ist – dass aber der Ertrag von Gemüse in einem Hochbeet wegen der aussergewöhnlich guten Nährstoffversorgung besonders hoch ist, war mir Anfangs noch nicht bewusst. Nachdem ich mich in den letzten Wochen und Monaten im Gartencenter, auf verschiedenen Blogs und Foren kundig gemacht habe, wie unterschiedlich Hochbeete sein können, wie man ein Hochbeet bepflanzt und viel über die Pflanzenwahl gelernt habe stand der Entschluss endgültig fest. Zudem können wir Blumen auch in großen Töpfen oder Blumenkästen auf der Terrasse anpflanzen.

Was sind die Vorteile eines Hochbeetes im Vergleich zum Gartenbeet?

  • Gemüse aus einem Hochbeet ist Bio-Gemüse (sofern Sie auch beim Kauf des Saatguts auf Bio-Ware achten oder Kerne aus Bio-Gemüse verwenden)
  • Leichter Bodenfrost im zeitigen Frühjahr kann Pflanzen, Setzlingen und Saatgut nicht so schnell schaden, wie im klassischen Beet
  • Da dies natürlich auch im Herbst gilt, kann länger geerntet werden
  • Die Pflanzen sind vor Schnecken, Wühlmäusen und Kaninchen in Hochbeeten geschützter (von Hunde-Pipi mal abgesehen)
  • Hochbeete versprechen einen zwei- bis dreimal so hohen Ertrag

Wann sollte man Hochbeete aufstellen und befüllen?

Viele Ratgeber und Fachleute tendieren dazu, dass man sein Hochbeet im Herbst für die nächste Saison anlegen sollte. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Man hat reichlich Laub und Gartenabfälle zur Verfügung und kann den Kompost, der in der vergangenen Saison angefallen ist verwenden. Der Inhalt des Hochbeetes kann sich während des Winters setzen, im kommenden Frühjahr füllt man mit Anzuchterde auf und beginnt mit der Aussaat. Ich gebe zu, dass meine Geduld noch ein Jahr lang mit dem Bepflanzen des soeben erstandenen Hochbeets zu warten, ebenso begrenzt ist wie die der Kinder 😉 Glücklicherweise gibt es ebenso viele und gute Argumente für das Anlegen und Bepflanzen von Hochbeeten im Frühjahr.

Ein Gemüse-Hochbeet soll es sein!

Was muss man beim Anlegen, Befüllen und Bepflanzen des Hochbeets beachten? Und wie haben wir es gemacht?

Wenn man darüber nachdenkt ein Hochbeet anzulegen, hat man mehrere Möglichkeiten bei der Wahl des Materials und es stellt sich die Frage: Hochbeet selber bauen (dafür gibt es tolle Anleitungen im Netz, z.B. bei urban-growing) oder einen Bausatz verwenden?
Das klassische Hochbeet hat eine Höhe von ca. 80-100cm. Da wir aber ein Hochbeet für Kindergarten-Kinder anlegen und uns zudem beim Aufbau an die Öffnungszeiten der Kita halten mussten (was naturgemäß heisst, dass die Eltern dann wenig Zeit haben, sonst wären die Kinder nicht im Kindergarten), habe ich mich für einen Komposter-Bausatz mit den Maßen 120 x 120 x 53 cm entschieden. Diesen haben wir als Schutz vor Wühlmäusen am Boden mit Hasen-Draht gesichert.

Es gibt verschiedene Varianten, wie die Schichten eines Hochbeets beschaffen sein können. Je nach Zusammensetzung der Erdschichten muss man die Erde / das Füllmaterial des Hochbeets erst nach 5-6 Jahren erneuern. Wenn man die Erde des Hochbeets austauscht, kann man die „Alterde“ selbstverständlich im Gartenbeet untermischen und muss sie nicht „entsorgen“. Da unser Kinder Hochbeet mit 53cm Höhe deutlich tiefer ausfällt als ein Hochbeet für Erwachsene, müssen wir beobachten, wie sich die flacheren Schichten auf den Ertrag auswirken und eventuell bereits nach 4 Jahren die Erde austauschen. Wir werden sehen.

Es geht los! Wir stellen das Hochbeet auf.

Am 11.05.2016 haben wir mit dem Aufbau begonnen.
Es fanden sich spontan einige helfende Hände

Hochbeet aufbauen, Schritt 1: Eine Schubkarre mit Steinen und der Bausatz stehen bereit.
Damit das Wasser besser abfließen kann, haben wir vier Platten entfernt und das Loch mit Steinen aufgefüllt.
Eltern bringen Maschendraht am Boden des Hochbeets an.
An der Unterseite des Hochbeets befestigten wir Maschendraht zum Schutz vor Wühlmäusen.
Kinder haben mit Schaufeln und Eimerchen das Hochbeet nachgestellt.
Während die Erwachsenen sich mit dem Hochbeet beschäftigt haben, haben die Kinder „mitgebaut“.
Der Rahmen des Hochbeets steht.
Das Hochbeet steht. Im nächsten Schritt geht es um das Anlegen der Schichten.

Die Schichten des Hochbeets

  • Den Boden mit Maschendraht vor Wühlmäusen schützen
  • Boden nahe Schicht: Reisig und dünne Äste
  • Eine Lage Wellpappe
  • Eine Lage ungefärbte Eierpalleten
  • Grober Kompost, Gemüseabfälle, Kleintiermist
  • Oberste Schicht: Blumen- oder Anzuchterde

Am 13.05.2016 haben wir die Innenseite des Hochbeets mit Netzfolie ausgekleidet und die ersten Schichten eingefüllt.

Das Material für die Innenverkleidung und die ersten Schichten des Hochbeets.
Das Material liegt bereit – wir können loslegen.
Zwei Mütter mit Netzfolie um das Hochbeet auszukleiden
Zuerst haben wir die Innenseite mit Netzfolie ausgekleidet.
Mit Netzfolie ausgekleideter Hochbeet-Rahmen.
Leider hat der Tacker uns im Stich gelassen. Aber mit Hammer und Krampen ging es auch.
Unter der Schicht Eierkartons liegt Reisig für die bessere Durchlüftung.
Bereit für Kompost & Co. Unter den Eierkartons liegt Reisig für die bessere Durchlüftung. Die beiden Schichten sackten beim weiteren Füllen noch deutlich ab.
Grober Kompost ist die nächste Schicht unseres Kinder-Hochbeets.
Wir plündern den Kindergarten-Kompost.
Kompostschicht des Hochbeets.
Ab sofort können Kleintiermist, Pferdeäpfel, Gemüseabfälle und Kaffeesatz dazu gegeben werden.

Hochbeet befüllen und bepflanzen

Der 18.05.2016 war ein „regulärer“ Gartenprojekt-Tag

Eigentlich waren nur sechs Kinder zum Gartenprojekt angemeldet. Unsere Kompetenz in Sachen „Pädagogik“ haben wir uns jeweils als Elternteile angeeignet 😉 Da wir zudem keine professionellen Gärtner sind, haben wir uns selbst zunächst die Grenze gesetzt mit drei Kindern pro erwachsener Person zu gärtnern.

Dieses Prinzip wurde beim Befüllen und Anlegen des Hocbeets von den kleinen Gärtnern sehr charmant aus den Angeln gehoben. Ich war eine halbe Stunde vor Projektbeginn im Kindergarten, um die von Sharam (ein Vater eines Kita-Kindes) einige Tage zuvor gekaufte Blumenerde vom Hinterhof zum Hochbeet zu tragen. Unsere Gruppenleiterin meinte dann: Da können doch die Kinder helfen. Und schon waren zehn kleine Gärtner mit großer Begeisterung am Werk jeweils zu zweit oder zu dritt die Erde anzuschleppen. Es versteht sich von selbst, dass sie dann alle mitgärtnern durften…

Kind mit Gartenschlauch wässert Hochbeet
Zuerst werden die bisherigen Schichten des Hochbeets gewässert.
Wir füllen mit Küchenabfällen auf. (Verrottung ist im Hocbeet eine Art "Fußbodenheizung")
Wir füllen die nächste Schicht des Hochbeets mit Küchenabfällen auf. (Verrottung dient als „Fußbodenheizung“)
Die Kinder haben das Hochbeet mit Blumenerde aufgefüllt und glätten die Erde.
Die Kinder haben das Hochbeet mit Blumenerde aufgefüllt und glätten die Erde um es in Betrieb nehmen zu können.
Kohlrabi-Pflänzchen werden gegossen. (Grüne Giesskanne)
Die Kinder giessen vorgezogene Kohlrabi-Pflänzchen, die sie gleich ins Hochbeet pflanzen.
Um auch die Kleinsten einbeziehen zu können, haben wir die Kinder Streifen aus Klorollen als "Zielvorlage" schneiden lassen.
Um auch die Kleinsten einbeziehen zu können, haben wir die Kinder Streifen aus Klorollen als „Zielvorlage“ schneiden lassen.
Nach einbringen des Saatguts, wird es nochmas gewissenhaft mit Erde bedeckt.
Nach einbringen des Saatguts, wird es sehr gewissenhaft mit Erde bedeckt. (Wie man vielleicht sieht, von den Vorschulkindern)
Kinderhand pflanzt Kohlrabipflänzchen in Hochbeet.
Um den Kindern ein erstes schnelles Erfolgserlebbis zu bieten, haben wir sechs vorgezogene Kohlrabipflänzchen gesetzt.
Kinderhochbeet, zu sehen sind sechs Kohlrabi-Pflänzchen.
Frisch in Betrieb genommenes Kinder-Hochbeet. Wir und die Kinder sind gespannt, welches Saatgut zuerst aufgeht.
Summary
Article Name
Hochbeet anlegen | Hochbeet für Kinder
Description
Wir legen ein Hochbeet an und haben uns für ein Gemüse-Hochbeet entschieden: Wie unterscheidet sich in Hochbeet für Kinder von dem für Erwachsene?
Author
Publisher Name
Kinder Gartenprojekt
Publisher Logo

7 Gedanken zu „Hochbeet anlegen | Hochbeet befüllen“

  1. Da wir auch ein Kinder-Garten-Projekt planen haette ich noch eine Frage :-)
    Was habt ihr im Hochbeet gepflanzt? Ich bin mir aktuell noch nicht sicher, haette gerne etwas robustes, aber auch etwas wo die Kinder etwas wachsen sehen.

    Gruss

    1. Hallo Christian,
      das ist ja super, finde ich toll :o) Das Update zu diesem Post bzw. der Website wollte ich schon lange machen, zur Zeit etwas viel um die Ohren (Danke für den Reminder, Update folgt).

      Wir waren ehrlich gesagt „experimentierfreudig“ und haben die Kinder, die beim befüllen des Hochbeets geholfen haben, gefragt, was sie gerne pflanzen möchten (glücklicher weise waren es hauptsächlich Pflanzen, die gut geeignet sind):

      – Möhren („Startverzehrer“, passen gut zu Radischen, leider wegen der starken Regenfälle hier in Köln „abgesoffen“, versuchen es demnächst nochmal)
      – Radischen (gleiches Problem)
      – Kohlrabi (haben eine Kohlmischung genommen, Kohl ist ein „Starkverzehrer“, kommt gut mit dem hohen Nährstoffangebot zurecht)
      – Paprika (klappt gut => haben wir in einem großen Kübel angepflanzt)
      – Tomaten (einfach, haben wir in Töpfen unter einem Folienzelt gepflanzt)

      Ausserdem haben wir im Hochbeet Pflücksalat angepflanzt, der sehr gut geworden ist (wächst schnell) und Fenchel (muss noch wachsen, Kinder naschen mit Begeisterung vom Fenchelkraut).

      In Kübeln haben wir zudem
      – Auberginen (hat sehr gut geklappt, verarbeiiten wir morgen mit den Kindern),
      – gelbe Zucchini (mässiger Erfolg: Schnecken) und
      – Kürbisse gepflanzt.

      Damit die Kinder schnell etwas sehen, könntet Ihr einen Teil vorgezogener Pflänzen nehmen (haben wir so gemacht). Insgesamt solltet Ihr im ersten Jahr vor allem darauf achten, dass die Pflanzen mit dem hohen Nährstoffgehalt klar kommen bzw. zumindest einen Großteil „Starkverzehrer“ pflanzt (wenn Ihr das Hochbeet mit „fertiger Blumenerde“ füllt, spielt das nicht so eine Rolle). Ausserdem ist es hilfreich ein festes „Gießteam“ zu organisieren, wir teilen uns das als Eltern zu dritt je 1x Mo., Mi., Fr. auf.

      Ich hoffe das hilft Euch schon mal. Darf ich fragen, wie Du auf diese Seite gekommen bist? Würde mich freuen, wenn Du bei Gelegenheit mal wieder kommentierst, wenn Ihr gestartet habt :o)
      Viele Grüße
      Kirsten

      1. Danke fuer die Antwort. Das bestaerkt mich in meiner Auswahl 😉
        Der Fenchel kommt auf jeden Fall auch noch mit auf die Liste.

        Auf die Seite bin ich durch die Empfelhlung von urban-growing.net aufmerksam geworden.

        Starten werden wir wohl erst im Fruehling, aber wir wollen schon einmal vorbereiten und die Beete aufstellen. Gerne werde ich ein paar Updates zu unserem Projekt weitergeben.

        1. Hallo Christian,
          ich war mit weniger Geduld ausgestattet, es macht aber durchaus Sinn Hochbeete im Vorjahr anzulegen. Wo bist Du denn zu Hause? Freut mich, dass ich Dich in der Auswahl bestärkt habe: Was schwebt Dir denn vor? Erdbeeren passen z.B. auch.
          Liene Grüße aus Köln,
          Kirsten

          1. Hallo Kirsten,

            Es sind zwei „Kompost“-Beete geworden. Die Kisten stehen schon mal und sollen die Tage mit Kompost befüllt werden. Zusätzlich wollen wir noch verschieden Pflanzenkübel nutzen.
            Ich habe mal eine Liste vorbereitet mit Dingen die wir pflanzen könnten. Aber ich werde die Kinder fragen was sie haben wollen – ggf. auch Dinge die noch nicht auf der Liste stehen.
            Aktuell habe ich: Kohlrabi, Möhren, Radieschen, deinen Tipp den Fenchel, Spinat, Schwarzwurzel,
            Steckzwiebel, Tomaten Paprika und Kuerbiss.

            Grüße aus Kaiserslautern,
            Christian

  2. Hallo Christian,
    ich war im Urlaub, entschuldige die späte Antwort.
    Klingt richtig toll und ich würde mich sehr über regelmäßigen Austausch freuen! Hast Du auch eine Webseite oder ein Blog?
    Viele Grüße
    Kirsten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *